Die Deutsche Daten Allianz ist die unternehmensübergreifende Interessensgemeinschaft für Datenschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Dateneigentum — 2018 gegründet, heute aktueller denn je.
Als die Deutsche Daten Allianz 2018 ihr Exposé vorlegte, war von „digitalem Kolonialismus" die Rede — von Monopolen bei Suche, Social Media und E-Commerce, von der Nutzung unserer Daten ohne adäquaten Gegenwert, von der Notwendigkeit eines Entlohnungssystems für Daten.
Manche hielten das für übertrieben. Heute benennt die EU im Digital Markets Act genau diese Konzerne als „Gatekeeper". Der Data Act verpflichtet seit September 2025 zur Datenteilung. Der Data Governance Act schafft den Rahmen für Datentreuhänder — nichts anderes als die „Clearingstelle für Daten", die die DDA von Anfang an gefordert hat.
Die Analyse war richtig. Die Gesetze sind da. Was fehlt, ist die Umsetzung durch die Wirtschaft selbst. Genau dafür kehrt die DDA zurück.
Verimi, NetID und die Targeting-Allianzen der großen Player sollten das Gegengewicht zu Big Tech werden. Eine marktprägende Gegenmacht ist daraus nicht entstanden. Der Top-down-Ansatz der Konzerne ist gescheitert — es ist Zeit für den kooperativen Ansatz aller Marktteilnehmer.
Was 2018 für Werbung und E-Commerce galt, gilt heute potenziert für Künstliche Intelligenz: Wer die Daten hat, trainiert die Modelle. Wer die Modelle hat, kontrolliert die Wertschöpfung. Ohne fairen Datenaustausch bleibt der deutsche Mittelstand Zuschauer der KI-Ökonomie.
DSGVO, DMA, DSA, Data Governance Act, Data Act: Europa hat geliefert. Aber Gesetze allein schaffen keinen funktionierenden Datenmarkt. Es braucht eine neutrale Instanz, die Standards setzt, Austausch organisiert und die Interessen aller Teilnehmer bündelt.
Die DDA organisiert den „Open Exchange of Data": In Deutschland ansässige Unternehmen tauschen Nutzungs- und Präferenzdaten multilateral, reziprok und datenschutzkonform — damit alle Marktteilnehmer der Aufmerksamkeits-Ökonomie zu gleichen Bedingungen Zugang zum Kunden haben, nicht nur die Gatekeeper.
Faire, standardisierte Bedingungen für den Datentausch zwischen Teilnehmern.
Gemeinsame Qualitäts- und Formatstandards für Daten „nach DDA-Standard".
Eine Stimme gegenüber Politik und Regulierung, von der DSGVO bis zum Data Act.
Die DDA wird jetzt neu aufgestellt: als offene Kooperative aller, die vom fairen Datenaustausch profitieren wollen — Unternehmen jeder Größe, Verbände, NGOs, Verbraucherschützer. Wer jetzt einsteigt, definiert die Standards mit.
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